Ein neues Buch und eine neue Eigenschaft

Blog Heute bekam ich Post von Book-on-demand-Service Epubli: Mein gebundenes Livejournal, das die Einträge von 2007 bis heute enthält, ist jetzt da. Ein komisches Gefühl. Irgendwie wie „Abschied“ von der Person, die diese Einträge verfasst hat. Mir kommt es vor, als sei „Saliss“(das Pseudonym, unter dem ich damals bloggte) ganz, ganz weit weg von dem Menschen, der ich heute bin. Ist sie vielleicht auch.

Ich bin jetzt 37 Jahre alt und seit über einem Jahr mit meiner großen Liebe verheiratet. Ich lebe in einer Stadt, die noch immer nicht so richtig mein Zuhause ist, aber das trage ich mit Fassung, solange ich mit Michi hier sein kann. Abgesehen davon, bin ich irgendwie „angekommen“. Ich hab aufgehört, so verzweifelt etwas sein zu wollen, was ich nicht bin oder sein kann. Ich hab begonnen,mein Leben aufzuräumen und mich von Energievampiren fernzuhalten. Ich weiß seit Kurzem, dass ich vermutlich weder neurtisch noch depressiv bin, sondern etwas ganz anderes: Hypersensibel! Das bedeutet nicht, dass man mich mit Samthandschuhen anfassen muss oder soll. Es bedeutet jedoch, dass ich jetzt ENDLICH verstehe, was mein ganzes Leben lang schon mit mir los ist, warum eine kleine Stimme immerzu in mein Ohr flüstert, dass ich „anders“ bin.

Ein tolles Buch von Elaine Aron bestärkte mich noch mehr in dieser Vermutung. Sie beschreibt ganz detailliert die Art, in der mein Körper und mein Geist nicht zusammenzugehören scheinen. Sie schildert die Verletzungen, die mir zugefügt wurden und die ich mein Leben lang wie in in einem Rucksack mit mir trage, unter dem ich fast zusammenbreche. Das geht nicht nur mir so! Das geht vielen Menschen so und es ist eben KEINE Krankheit! Es ist einfach eine Eigenschaft, wie meine Augenfarbe oder meine Stimme – und es ist auch gar nichts Schlechtes! Es ist, ganz im Gegenteil, sogar durchaus etwas, das mich auszeichnet, weil es vermutlich der Hauptgrund dafür ist, dass ich in meinem Job gerade mit den Autisten echt der Knaller war: weil ich fühlen kann, wie sich jemand vorkommt, dem die Welt gerade zu viel ist, weil Millionen von Eindrücken auf sie einprasseln.

Ich werde sicher noch immer manchmal das Gefühl haben, dass mich die Welt erschlägt, aber ich weiß jetzt, dass ich mich da schützen muss. Und ich kann das lernen. Ich werde es lernen, daraus eine Stärke zu machen. Jawohl.

Und bis dahin werde ich schreiben, schreiben, schreiben.

Nur ein paar...

Nur ein paar…