„Man“

„Man müsste“, „das war einem halt nicht klar“, „das hätte man sich vielleicht überlegen müssen…“
Da platzt mir echt der Kragen! Ich sehe gerade eine Fernsehsendung. Eine von denen, wo eine Kneipe vor der Pleite steht und ein großkopferter Chefkoch gerufen wird, um den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Und es ist, wie es so oft ist: ein „dynamischer Jungunternehmer“ hat sich „verkalkuliert“und es ist jetzt dennoch klar, dass er „nicht aufgeben wird“. Ja klar will der weitermachen! Es geht nämlich nicht um sein eigenes Geld, sondern um das Haus seiner verwitweten Mutter, die mit 64 kurz vor ihrem Ruhestand steht – und dank ihres Sohnes vermutlich vor dem Nichts.
Und der feine Herr Sohn? Der redet sich raus und zwar auf die, für mich allermieseste Art. Ich HASSE es, wenn jemand Scheiße baut und nicht die Verantwortung für sein Tun übernimmt. Und dass das so ist, merkt der aufmerksame Zuhörer am inflationären Einsatz von Allgemeinplätzen wie „man“, „hätte, hätte, Fahrradkette!“ Da kommt mir das große Kotzen!
Sowas verstehe ich nicht. Da ess ich doch blanke Nudeln und geh putzen, bevor ich erlaube, dass meine Mama, die für mich schon ihren Alterswohnsitz aufs Spiel setzt, noch weitere 30 000€ Schulden aufnimmt, weil die schicken neuen Möbel jetzt halt doch teurer werden und Sohnemann unbedingt an der „In-Location“ dranbleiben will, die halt nunmal 5000 Öcken Miete im Monat kostet. Und dann lässt Monsieur die guten, sauteuren Dinge verrotten! Und grinst noch frech in die Kamera und argumentiert mit „überbordender Rhetorik“, dass ja „im Moment Baustelle“ ist.
Da würd ich am liebsten ins Auto steigen und den dreist grinsenden Blödsack über’n Haufen brettern.
Soviel dazu.